Einbruch


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Sie haben sich im Urlaub prima erholt, gefaulenzt und viel Spaß gehabt. Dementsprechend gut gelaunt schließen Sie Ihre Haustür auf, doch was ist das? Ihre Schränke sind aufgerissen und zerstört, der Inhalt liegt auf dem Boden zerstreut und Ihre Wertsachen sind weg. Während Ihrer Abwesenheit haben Einbrecher Ihre wertvollen Sachen gestohlen und den Rest wie ein Schlachtfeld zurückgelassen.  Welch eine schreckliche Situation!

Jahr für Jahr ergeht es immer mehr Deutschen so. Die Einbruchsrate hat erheblich zugenommen. Einmal gestohlenes Diebesgut lässt sich sehr schwer den Eigentümern wieder zuordnen.
 

Was sind die Schwachstellen Ihres Hauses bzw. Ihrer Wohnung?

1) Fenster
Leichtes Spiel haben Einbrecher natürlich mit Fenstern im Erdgeschoss. Wenn diese dann noch gekippt sind, ist das praktisch eine Einladung für jeden Verbrecher. Das Gleiche gilt für Fenster, die über Balkone, Loggien, Anbauten, Pergolen usw. zu erreichen sind. Dachfenster, Dachflächenfenster und Lichtkuppeln sind auch gefährdet.

In den meisten Fällen werden die Fenster mit einfachem Hebelwerkzeug, z.B. Schraubendreher aufgehebelt. Weiter verschaffen sich Einbrecher Zutritt, indem sie ein Fenster einschlagen. Einen sinnvollen Schutz bieten Rollläden, abschließbare Fenster, Fensteralarm , Glasbruchalarm oder das Fensterschließsystem Winflip.

2) Türen
Türen müssen immer abgeschlossen sein. Ist das nicht der Fall, lassen sie sich oft binnen Sekunden aufhebeln. Balkon- und Terrassentüren sind besonders gefährdet, weil diese oft von außerhalb schlecht einsehbar sind. Bei ihnen gilt das Gleiche wie bei den Fenstern. Sie können aufgehebelt oder eingeschlagen werden. 

Sollten Sie Nebentüren haben, durch die man in die Wohnbereich kommt und die uneinsehbar sind, gehören diese besonders geschützt. 

Bei Terrassen- und Balkontüren bieten ebenfalls Rollläden, abschließbare Türen und Alarme einen wirksamen Schutz. 

Haustüren und Nebentüren können Sie mit Alarm Türstopper und Türkrallen effektiv sichern.

3) Fake TV
Ein sicherer Schutz Ihrer Wohnung oder Ihres Hauses ist immer dann gegeben, wenn diese bewohnt erscheinen. Einbrecher suchen meistens den schnellen und sicheren Raub. Wenn diese der Meinung sind, sie treffen auf Bewohner, ziehen sie eventuell weiter und visieren das nächste, leichtere Ziel an.

Der kleine Fake TV simuliert einen laufenden Fernseher während Ihrer Abwesenheit. Dieser effektive Einbruchschutz ist ein Topseller und wurde schon prämiert.

Wie verhalte ich mich, wenn Diebe in der Wohnung sind?

1) Wenn Sie nach Hause kommen und einen Einbruch bemerken:
a) Nicht die Wohnung betreten, solange noch jemand darin sein könnte.
b) Polizei aus der Nachbarwohnung verständigen.
c) Tatort beobachten; dann können Sie der Polizei eventuell Hinweise geben.

2) Wenn Sie im Haus sind:
a) Ruhe bewahren, den Täter nicht stellen.
b) Versuchen Sie unbemerkt die 110 anzurufen. Um vorzubeugen, deponieren Sie Abends Ihr Handy im Schlafzimmer.
c) Schalten Sie soviele Lichter wie möglich an, um den Einbrecher zu vertreiben.
d) Verbarrikadieren Sie sich; verursachen Sie laute Geräusche.
e) Rufen Sie aus dem Fenster um Hilfe.

3) Wenn es doch zur Konfrontation kommt:
a) Bleiben Sie passiv und tun Sie alles, was der Täter verlangt - auch die Herausgabe Ihrer Wertgegenstände.
b) Falls möglich, beobachten Sie den Täter bei der Flucht.
c) Versuchen Sie sich Einzelheiten, wie Körpergröße, Kleidung, Ausrüstung, Fahrzeug und Kennzeichen zu merken.
d) Schreiben Sie diese Dinge direkt auf.


Was sind die Folgen eines Einbruchs?

Viel mehr als unter dem materiellen Schaden leiden Einbruchsopfer durch den Eingriff in die Privatsphäre unter teilweise schweren psychischen Belastungen. Andauernde Beschwerden können die Folge sein.

Zu den typischen Befunden gehören vor allem
- der nachhaltige Schock über die Tat,
- der Schmerz über den Verlust von Wertgegenständen und Erinnerungsstücken
- und nicht zuletzt die Furcht, dass sich das Geschehen wiederholen könnte.

Eine Opferbefragung des Polizeipräsidiums Wiesbaden ergab folgendes Ergebnis:

- 93 % der Opfer hielten sich vor der Tat gerne in ihrer Wohnung auf, nach der Tat war es nur noch jeder Dritte.
- 91 % hatten vor der Tat keine Angst in ihrer Wohnung, nach der Tat waren es nur noch 67 %.
- 27 % hatten vor der Tat keine Angst Opfer eines Einbruchs zu werden, nach der Tat waren es 87 %.
- 9 % fühlten sich vor der Tat unsicher, danach 56 %.

Als Konsequenz aus der Tat achten deutlich mehr Personen nach der Tat darauf, die Wohnungseingangstür oder die Fenster zu verschließen, und einem guten nachbarschaftlichen Verhältnis wird mehr Bedeutung beigemessen.

Einbruchsdiebstahl ein Delikt, das bei den Opfern besonders schwere und lang anhaltende Folgen hervorruft, die teilweise traumatische Konsequenzen haben. Die Tatsache, dass fremde Personen in die eigene Wohnung und damit in den eigenen Intimbereich eingedrungen sind, spielt hierfür eine wesentliche Rolle. Dieser „Einbruch“ in den Intimbereich verschreckt oftmals tief und lang anhaltend und geht teilweise soweit, dass die Opfer die Wohnung oder das Haus aufgeben.


Was macht die Folgen eines Einbruchs so drastisch?

1) Beim Einbruchsdiebstahl handelt es sich um ein Delikt, das unter einer niedrigen Aufklärungsquote leidet. Bundesweit wird nur etwa jeder fünfte Einbruchsdiebstahl aufgeklärt.
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2) Beim Einbruchsdiebstahl kummulieren zwei der drei wichtigsten „Furchtelemente“: „Dunkelheit“ und „Fremde“. Die Dunkelheit deshalb, weil sie eine der menschlichen Urängste repräsentiert, der oder die „Fremden“ deshalb, weil man solche fremden Personen nicht einschätzen kann und sich ihnen gegenüber unsicher bis ausgeliefert fühlt. Beides trifft beim Einbruchsdiebstahl in extremer Form zu, zumindest dann, wenn die Tat nachts begangen wird.

3) Der Einbruchsdiebstahl ist ein Delikt, das im Prinzip alle Bevölkerungsschichten trifft, wobei die Möglichkeiten, sich selbst durch entsprechende Sicherheitsmaßnahmen gegen Einbrüche zu schützen, ungleich verteilt und von den finanziellen Möglichkeiten der potentiellen Opfer abhängig sind.




Wussten Sie eigentlich? Weit über ein Drittel der Wohnungseinbrüche werden tagsüber begangen !!!

Deshalb: Helfen Sie sich in der Nachbarschaft. Eine starke Gemeinschaft fördert die Sicherheit und kann somit Verbrechen verhindern.

- Sprechen Sie mit Ihren Nachbarn über die Themen Einbruch und Schutz davor.
- Tauschen Sie untereinander wichtige Telefonnummern aus.
- Organisieren Sie die Betreuung von Wohnungen bei längerer Abwesenheit.
- Kümmern Sie sich besonders um ältere Nachbarn.
- Achten Sie auf Fremde; sprechen Sie diese an.